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Ein Tiroler in Rom: Das Museum Georg Schäfer zeigt Zeichnungen aus dem Wiener Kupferstichkabinett von Joseph Anton Koch

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Schweinfurt – Das Museum Georg Schäfer in der Brückenstraße zeigt ab sofort und bis zum 6. Mai Zeichnungen aus dem Wiener Kupferstichkabinett von „Joseph Anton Koch in Rom“. So lautet der Titel der Ausstellung, eine Kooperation mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien. Der gebürtige Tiroler Joseph Anton Koch (1768 bis 1839) gehört zu den bedeutendsten Landschaftsmalern und -zeichnern der Zeit des Klassizismus und der Romantik. Der freiheitsliebende, auch politisch engagierte Künstler fand neuartige Formen der Landschaftsdarstellung, besonders der Schweizer und italienischen Gebirgswelt, die durch Figuren aus Bibel oder Mythologie Idee und Bedeutung erhalten. Er schrieb 1810: „Die Kunst muß geben, was die Natur nicht hat, alsdann nur ist sie schöpferisch.“ Koch lebte mit wenigen Unterbrechungen seit 1795 in Rom. Neben den Landschaften schuf er beeindruckende Illustrationen zu Werken der Weltliteratur und stand im Mittelpunkt der deutsch-römischen Künstlerkolonie.

Das Kupferstichkabinett der Wiener Akademie der bildenden Künste erwarb 1865 den Nachlass Joseph Anton Kochs von dessen Schwiegersohn Johann Michael Wittmer und besitzt einen der größten Zeichnungsbestände des Künstlers. Der umfangreiche Bestand wurde in den letzten Jahren neu bearbeitet und in einem Bestandskatalog erfasst. Zum Abschluss dieser Arbeiten wurden von der Kuratorin der Wiener Akademie, Dr. Cornelia Reiter, einige der schönsten Werke zu einer Ausstellung vereint, die 2011/12 in drei Städten und Ländern, in Wien, Rom und Schweinfurt, zu sehen ist. Gezeigt werden sowohl frühe Schweizer Landschaften Kochs als auch Beispiele seiner groß angelegten Illustrationszyklen zu Dantes Göttlicher Komödie und Macphersons Gesängen des Ossian und seine Naturstudien aus Rom und aus der vom Künstler durchwanderten Umgebung. Hinzu kommen eine Porträtzeichnung und eine Karikatur Kochs von Johann Michael Wittmer bzw. Hieronymus Hess und eine Reihe Zeichnungen aus Kochs Schüler-Kreis.

In Schweinfurt werden die 61 Leihgaben aus Wien durch 17 Zeichnungen Kochs aus dem Bestand des Museums Georg Schäfer ergänzt. Ein reich bebilderter Katalog mit den Zeichnungen des Wiener Kupferstichkabinetts begleitet die Sonderausstellung. Die Kooperation demonstriert Joseph Anton Kochs zeichnerisches Werk eindrucksvoll und knüpft Verbindungen zwischen seinen Werken in Wien und Schweinfurt. Co-Kuratorin in Schweinfurt ist Dr. Karin Rhein vom Museum Georg Schäfer. Öffnungszeiten des Museums sind Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr. Mehr unter www.museumgeorgschaefer.de

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Einige Lebensdaten Joseph Anton Kochs:

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1768    Joseph Anton Koch wird in Obergiblen/Tirol als Kind armer Häuslersleute geboren. Früh fällt sein Talent im Zeichnen auf. Zeitweise trägt er als Schafhirte zum Unterhalt der Familie bei.
1784     Beginn einer Lehre bei dem Augsburger Hofbildhauer Martin Ignaz Ingerl. Koch flüchtet nach vier Monaten. Der Augsburger Weihbischof, der Koch 1781 kennenlernte, erwirkt für ihn eine Freistelle an der Stuttgarter Carlsschule.
1790     Koch begeistert sich für die Ideale der Französischen Revolution und gerät in Konflikt mit den Maximen der Carlsschule.
1791-94 Koch flieht aus der Schule nach Straßburg. Von dort geht er 1792 nach Basel, wo man ihn bald der Stadt verweist. Es zieht ihn weiter nach Bern und Biel. In der Schweiz entstehen zahlreiche Naturstudien. Mit einem Stipendium von Dr. George Nott wandert er nach Italien.
1795    Wegen eines zu überschwänglichen Verhaltens wird er aus den Uffizien hinausgeworfen. Er verbringt Zeit in Neapel, Salerno und Paestum, bevor er nach Rom kommt. Eine erste Freundschaft dort verbindet ihn mit Asmus Jakob Carstens.
1796/98 Anschluss an den deutschen Lesezirkel Carl Ludwig Fernows, Teilnahme an Aktstudien bei Johann Christian Reinhart, mit dem er sich anfreundet. Nach der Besetzung Roms 1798 durch die Franzosen Abwendung vom „französischen Republikanismus“.
1799     Beginn mit den Illustrationen zu James Macphersons Gesängen des Ossian.
1801    Beginn mit den Illustrationen zu Dante Alighieris Göttlicher Komödie.
1804     Wanderung mit Gottlieb Schick nach Tivoli, Subiaco, S. Benedetto, Olevano, Valmontone, Frascati und Grotta Ferrata. In Olevano lernt er seine zukünftige Frau Cassandra Rainaldi kennen, die er 1806 heiratet.
1808    Beginn der Arbeiten an „Der zwölfjährige Jesus“ unter den Schriftgelehrten (vollendet 1821).
1810    Koch pflegt freundschaftlichen Umgang mit den Mitgliedern des Lukasbundes, die sich in diesem Jahr in Rom niedergelassen haben. Herausgabe der 20 Römischen Ansichten.
1812-1815 Aufenthalt in Wien, wo er sich günstigere Arbeitsbedingungen erhoffte. Hier steht er im Kontakt mit den akademiefeindlichen Romantikern um Friedrich Schlegel. Finanziell ist der Aufenthalt ein Misserfolg. Er kehrt im November 1815 nach Rom zurück.
1817    Der junge Franz Horny lebt und arbeitet bei Koch. Koch bildet mit Carl Philipp Fohr eine Ateliergemeinschaft.
1821    Er greift erneut Schweizer Motive auf. Eine Malariaerkrankung greift ihn an. Die kommenden Sommer verbringt er meist in Olevano.Koch pflegt Kontakte zu Heinrich Reinhold, Buonaventura Genelli und anderen jungen Künstlern.
1833    Johann Michael Wittmer wird Kochs Schwiegersohn, später auch sein Gehilfe und Nachlassverwalter.
1838    Kaiser Ferdinand I. gewährt dem Künstler ein Ehrengehalt. Koch erleidet einen Schlaganfall.
1839    Der Künstler stirbt am 12. Januar und wird auf dem deutschen Friedhof in Rom neben der Peterskirche beigesetzt.

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