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Die Probleme des unterfränkischen Handwerks am Beispiel der Firma SCHEBA: „Die Industrie wartet nur darauf, sucht Fachpersonal, bietet 500 Euro mehr!“

SCHWEINFURT – Zum Bayerischen Tag der Ausbildung am 13. September besuchte Innenstaatssekretär Gerhard Eck auch in seiner Funktion als Bezirksvorsitzender der CSU Unterfranken und Stimmkreisabgeordneter die Schweinfurter Firma SCHEBA im Hafen, die stellvertretend steht für die momentanen Probleme des Handwerks. Unterfrankenweit suchten zum 31. August noch 450 Betriebe nach Auszubildenden für das angefangene Ausbildungsjahr. 2422 Ausbildungsverträge registrierte due Handwerkskammer im Bezirk und damit einen Rückgang von 6,6 Prozent im Vergleich zu 2011. Alleine in der Region Schweinfurt / Main-Rhön waren jüngst noch 257 Ausbildungsstellen offen.

42 „Leerstellen“ sind es in der Stadt Schweinfurt mit ihren 511 Handwerksbetrieben, rund 5300 Mitarbeitern, davon 619 Azubis, mit einem Umsatz von 584 Millionen jährlich. „Das lässt uns Alarm schlagen“, sagt Doris Engelhardt, Leiterin der Abteilung Ausbildung der Handwerkskammer. Noch mehr Zahlen als Beispiel: Rund 6000 Betriebsinhaber in Unterfranken sind über 50 Jahre alt und suchen die nächsten Jahre einen Nachfolger zur Übernahme. Daher beginnt die Kammer zunehmend, in den Gymnasien schon Werbung zu machen für praxisorientierte, handwerkliche Tätigkeiten. „Das ist uneingeschränkt der richtige Weg“, weiß Gerhard Eck.

Der Innenstaatsekretär kommt selbst aus der Baubranche, kennt die Firma SCHEBA gut und spricht von einer „Erfolgsstory schlechthin. Die Firma ist ein Musterbeispiel für Betriebe und hat sich kontinuierlich nach vorne entwickelt, immer wieder Lehrlinge ausgebildet. Der Mittelstand ist das Herzstück der Wirtschaft“, so Eck. Ausbildung sei „ein riesengroßer Meilenstein für den Prozess der Selbständigkeit und der Persönlichkeitsbildung“, ssagt der Innenstaatsekretär.

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Die Firma SCHEBA bildet derzeit fünf Auszubildende zum Elektroniker mit Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik aus und vier weitere zum Elektrotechniker mit Fachrichtung Maschinen- und Antriebstechnik. 1992 gründeten die heutigen Geschäftsführer Roland Schemmel und Edgar Barth die Firma, die aus der Firma Hamacher & Reinhart (später: Reinhart und Hümmer) hervorging. Weltweit sind heute Ingenieure, Techniker und Fachmonteure im Einsatz, um Elektroinstallationen und Inbetriebnahmen durchzuführen. 160 eigene Mitarbeiter hat SCHEBA, dazu kommen 25 Fremdmonteure. Leider verlor man unlängst erst wieder sieben Mitabeiter, die von ZF abgeworben wurden. „Die Industrie wartet nur darauf, sucht Fachpersonal, bietet 500 Euro mehr“, sagt Schemmel. Für ZF arbeitet SCHEBA, hat an den Personalchef des Partnerunternehmens deshalb einen Brief geschrieben, weil man sonst den Standort am Bodensee nicht weiter bedienen kann bei derartigem Abwerben. „Wir brauchen zwar die Großindustrie“, weiß Gerhard Eck, „aber Sicherheit und Kontinuität bietet vor allem der Mittelstand. Topmanager sehen ihre Mitarbeiter weniger als Familie. In mittelständischen Betrieben herrscht eher noch Herzenswärme.“

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Was tun gegen die Problematik des eigenen Nachwuchsmangels? Einseits gibt es unter www.lehrstellen-radar.de eine App für iPhones und Smartphones; andererseits hat der Freistaat Bayern mit dem Förderprogramm „Fit for work“ einiges Geld in die Hand genommen, um zusätzliche Ausbildungsplätze zu fördern. Betriebe, die bislang nicht ausgebildet haben oder die Jugendliche ohne Schulabschluss ausbilden, erhalten als anreiz finanzielle Mittel vom Freistaat. Pendelnde Auszubildende können zudem 250 Euro an monatlicher Mobilitätshilfe bekommen. Im Visier für die freien Ausbildungsstellen sind zunehmend auch Studienabbrecher. Jeder Dritte hört an der Uni oder der Hochhschule ohne Abschluss wieder ab. Solche jungen Leute möchte gerade auch die Firma SCHEBA dazu bewegen, im Handwerk eine Führungsrolle zu übernehmen.

Auf dem Bild mit den fünf Personen – von links: Innenstaatssekretär Gerhard Eck, Roland Schemmel, Doris Engelhardt, Edgar Barth, Ausbilder Holger Engelbrecht sowie Meister und Ex-Azubi Michael Barth.

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