Traditionelle Waldgrenzbegehung im Bürgerwald Gerolzhofen
GEROLZHOFEN-DINGOLSHAUSEN – Die diesjährige Grenzbegehung des Gemeinsamen Bürgerwaldes Gerolzhofen-Dingolshausen lockte an zwei Tagen fast 90 Teilnehmende an. Die Teilnehmer erhielten von Revierförster Jochen Schenk spannende Einblicke in die Arbeit des Zweckverbands und die nachhaltige Forstwirtschaft. Diese traditionelle Veranstaltung, deren Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, wurde erstmals im Jahr 1557 nachgewiesen und findet alle drei Jahre statt.
Einblicke in die Waldarbeit und das Kulturerbe
Thorsten Wozniak, der Vorsitzende des Zweckverbandes, informierte bei der Begrüßung über die Aufgabe des Verbands, den Wald klimastabil umzubauen. Förster Jochen Schenk gab an verschiedenen Stationen Einblicke in die Bedeutung des Waldes für Mensch und Tier, den Klimawandel, den Natur- und Artenschutz sowie die aktuellen Herausforderungen der nachhaltigen Forstwirtschaft.
Die Gemeinde Dingolshausen und die Stadt Gerolzhofen arbeiten seit Jahrhunderten zusammen und bewirtschaften ihren gemeinsamen Bürgerwald auf Grundlage einer Satzung, die auf einer „Instruction“ von 1862 basiert. Traditionen wie die Waldgrenzbegehung, der Holzakkord und die Waldeinsichten werden dabei bewusst beibehalten.
Unter den Teilnehmern waren nicht nur langjährige Bürger, sondern auch Schüler der Mittelschule Gerolzhofen. An beiden Tagen wurden die Wanderer mit Brotzeit und Mittagessen versorgt, wobei am ersten Tag auch ein Besuch in der Klinik am Steigerwald auf dem Programm stand.
Die bäuerlichen Gemeinschaftswälder des Steigerwalds, zu denen der Bürgerwald gehört, wurden 2018 in das bayerische und 2020 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
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