Forschungsprojekt: Nutzwasser statt Trinkwasser fürs Gießen

VEITSHÖCHHEIM – Das Forschungsprojekt „Nutzwasser für städtisches Grün“ an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) beschäftigt sich mit der Frage, wie aufbereitetes Wasser künftig effizient zur Bewässerung im urbanen Raum eingesetzt werden kann. Ziel ist es, Trinkwasser zu entlasten und eine verlässliche Alternative für die Bewässerung von Grünflächen zu schaffen, insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Trockenperioden.
Das Projekt knüpft an frühere Forschungsarbeiten an, bei denen bereits der Einsatz von aufbereitetem Wasser in der Region erprobt wurde, unter anderem auch auf Sportanlagen im Raum Schweinfurt. Im aktuellen Forschungsvorhaben arbeiten mehrere Partner aus Wissenschaft, Technik und Verwaltung zusammen, darunter die Technische Universität München, das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe, die Stadtentwässerung Schweinfurt sowie weitere Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

Im Mittelpunkt steht ein mehrstufiges Aufbereitungssystem, bei dem geklärtes Wasser durch zusätzliche Reinigungsverfahren wie Vorfiltration, Ozonierung, Aktivkohlebehandlung und UV-Desinfektion weiter veredelt wird. Anschließend wird das Wasser zwischengespeichert und kontrolliert für Test- und Demonstrationszwecke im städtischen Umfeld eingesetzt.

Ein zentraler Bestandteil der Untersuchung ist die Frage, wie sich unterschiedliche Wasserqualitäten auf Boden und Pflanzen auswirken. Dafür werden parallel Versuchsflächen mit verschiedenen Bewässerungsarten betrieben, darunter Trinkwasser, Mainwasser sowie mehrfach aufbereitetes Nutzwasser. Ergänzend werden Bodenproben und Sickerwasseranalysen durchgeführt, um mögliche Rückstände und Stoffverlagerungen im Boden zu erfassen.
Langfristig soll geprüft werden, ob aufbereitetes Nutzwasser eine stabile und sichere Ressource für die Bewässerung städtischer Grünflächen darstellen kann. Damit könnte es künftig einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an klimatische Veränderungen und zur Schonung natürlicher Wasserressourcen leisten.

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