Fitness trifft Teilhabe: Die „Körperschmiede Schweinfurt“ setzt starke Impulse für echte Inklusion

SCHWEINFURT – Während das Thermometer draußen sommerliche Höchstwerte anzeigt, herrscht auch in den Räumen des Schweinfurter Fitnessstudios „Körperschmiede“ absolute Hochbetrieb-Stimmung. Hier wird allerdings nicht nur für die Strandfigur geschuftet, sondern ein ganz besonderes Herzensprojekt mit Leben gefüllt: Ein komplett kostenfreies, inklusives Trainingsangebot für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, das Sport und gesellschaftliche Teilhabe perfekt miteinander verbindet.
Seit April dieses Jahres läuft der innovative Kurs, bei dem sich einmal im Monat zwölf Teilnehmer zu einer maßgeschneiderten, einstündigen Trainingseinheit treffen. An liebevoll und professionell ausgearbeiteten Stationen eines Zirkeltrainings powern sich die Sportler mit sichtlich viel Spaß, Ehrgeiz und Ausdauer aus.
Von der Idee zur Kooperation: Starke Partner für ein starkes Konzept

Die Initiatoren hinter der Hantelbank sind die beiden Schweinfurter Trainer Christopher Singh und Marius Hofmann. Inspiriert durch den Besuch eines ähnlichen Pilotprojekts im nahen Kitzingen, stand für die beiden Fitness-Experten sofort fest: Das wollen wir auch für Schweinfurt auf die Beine stellen.

Um das Projekt von der ersten Minute an auf ein absolut professionelles, fachlich fundiertes Fundament zu stellen, holten sie sich erfahrene Unterstützung ins Boot: Die Offenen Hilfen der Lebenshilfe Schweinfurt. Dank deren jahrzehntelanger Expertise in der Begleitung von Menschen mit Behinderung im Alltag und in der Freizeit konnten anfängliche Unsicherheiten und Berührungsängste sofort ausgeräumt und der Trainingsplan exakt auf die individuellen Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst werden.
Flankiert wird das monatliche Auspowertraining von Anna Ledermann sowie weiteren ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern der Offenen Hilfen, die den Teilnehmenden motivierend zur Seite stehen.
Hemmschwellen abbauen und Barrieren im Kopf einreißen
Für Anika Dietz, hauptamtliche Sozialpädagogin bei den Offenen Hilfen, geht der Mehrwert des Kurses weit über den reinen Muskelaufbau und die körperliche Fitness hinaus. In der Realität ist die Hemmschwelle für Menschen mit Handicap, einfach so, ohne Begleitung oder festen organisatorischen Rahmen ein kommerzielles Fitnessstudio zu betreten, oft riesengroß.
Das strukturierte und herzliche Angebot der Körperschmiede baut diese Barrieren im Handumdrehen ab. Anna Ledermann ergänzt begeistert:
„Das ist eine perfekte Kombination. Die Teilnehmer betätigen sich sportlich und haben gleichzeitig am gesellschaftlichen Leben teil. So werden Menschen mit Behinderung sichtbar, und Menschen ohne Behinderung bekommen die Möglichkeit, ganz ungezwungen mit ihnen in Kontakt zu treten.“
Ein echtes Ehrenamt: Training zum Nulltarif
Das Außergewöhnlichste an der Kooperation: Die Körperschmiede Schweinfurt bietet die kompletten Trainingseinheiten, die Hallennutzung und die Trainerleistung vollständig kostenlos an. Wirtschaftliche Interessen spielen für das Trainer-Duo absolut keine Rolle.
„Was man in dieser Stunde an ehrlicher Freude und purer Energie von den Leuten zurückbekommt, gleicht unseren zeitlichen Einsatz locker aus“, betont Christopher Singh sichtlich stolz. Das strahlende Lächeln und der enorme Eifer der Kursteilnehmer seien für das gesamte Studio-Team die schönste Belohnung und die größte Motivation, weiterzumachen.
Der aktuelle Premieren-Kurs läuft vertraglich zwar erst einmal bis Ende Juli 2026. Weil die Nachfrage nach den begehrten Plätzen jedoch riesig ist und das Projekt auf allen Seiten für Begeisterungsstürme sorgt, steht für Trainer Christopher Singh schon heute fest: Geht es nach der Körperschmiede, soll das inklusive Training fest etabliert werden und auch nach der Sommerpause in die Verlängerung gehen. Ein glänzendes Beispiel dafür, wie Inklusion im Schweinfurter Alltag ohne viel Bürokratie und ganz unkompliziert gelebt werden kann.

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