Länderübergreifender Fahndungserfolg: Falsche Bankmitarbeiter nach Beutezug in Würzburg gestoppt
LAUDA-KÖNIGSHOFEN / WÜRZBURG – Ein schneller und perfekt koordinierter Einsatz der baden-württembergischen und bayerischen Polizei hat am vergangenen Donnerstag zur Festnahme eines dreisten Betrügertrios geführt. Die drei Männer hatten Senioren als angebliche Bankmitarbeiter um ihre EC-Karten gebracht. Nach einer rasanten Flucht von Baden-Württemberg nach Unterfranken klickten in Würzburg die Handschellen. Die Verdächtigen sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft.
Der Zugriff erfolgte am Donnerstag (28. Mai 2026) im Würzburger Stadtgebiet, nachdem die Täter zuvor im Main-Tauber-Kreis zugeschlagen hatten.
Die Masche: Vertrauen erschlichen und Konten geplündert
Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen waren die drei bulgarischen Staatsangehörigen im Alter von 19, 21 und 23 Jahren tagsüber im Bereich Lauda-Königshofen, Bad Mergentheim und den umliegenden Ortschaften unterwegs. Ihre Masche war perfide: Sie gaben sich an der Haustür oder am Telefon als Bankmitarbeiter aus und überredeten mindestens zwei Opfer, ihnen ihre EC-Karten auszuhändigen.
Mit den erbeuteten Karten steuerten die Kriminellen umgehend Geschäfte und Bankautomaten an, hoben hohe Summen Bargeld ab und kauften großzügig ein. Ihr Fehler: Bei einer der Bargeldabhebungen wurde der 21-jährige Haupttäter von einer Überwachungskamera gefilmt. Die Polizei konnte ihn dadurch sofort identifizieren.
Großfahndung über Bundeslandgrenzen hinweg
Da die Täter in einem silbernen Audi A4 flüchteten, leiteten die Behörden eine länderübergreifende Großfahndung ein. Hierbei arbeiteten die Polizeireviere Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim Hand in Hand mit den unterfränkischen Kollegen der Verkehrspolizei und der Inspektion Würzburg-Stadt zusammen.
Mit Erfolg: Die Fahnder entdeckten den gesuchten Audi im Oberen Dallenbergweg in Würzburg. Die Beamten fackelten nicht lange, kesselten den Wagen ein und nahmen alle drei Insassen widerstandslos fest.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mosbach wurden die drei Verdächtigen am Freitag einem Haftrichter am Amtsgericht Tauberbischofsheim vorgeführt. Dieser erließ umgehend Haftbefehle wegen des dringenden Tatverdachts des mehrfachen Bandenbetrugs. Das Trio wurde auf verschiedene Justizvollzugsanstalten verteilt.
Letzter Betrugsversuch in Würzburg scheitert an aufmerksamem Senior
Wie dreist die Bande agierte, zeigt ein Vorfall, der sich nur wenige Minuten vor der Festnahme in Würzburg abspielte: Eine weibliche Komplizin rief im Auftrag der Bande einen 91-jährigen Würzburger an. Sie log dem Senior vor, sein Erspartes sei zu Hause nicht mehr sicher, und kündigte an, dass gleich „Kollegen“ vorbeikämen, um das Bargeld zur Bank zu bringen. Der hochbetagte Mann durchschaute den Schwindel jedoch sofort, legte auf und rettete so sein Vermögen.
Zwei Polizeidienststellen suchen Zeugen und weitere Opfer
Da vermutet wird, dass die Bande an diesem Donnerstag noch weitaus mehr Menschen kontaktiert oder geschädigt hat, bitten zwei Polizeidienststellen um Mithilfe:
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Bereich Main-Tauber-Kreis (Baden-Württemberg): Das Kriminalkommissariat Tauberbischofsheim sucht Zeugen, denen am 28. Mai 2026 der silberne Audi A4 mit Offenbacher Kennzeichen (OF-…) im Raum Lauda-Königshofen aufgefallen ist, oder die ebenfalls bestohlen wurden.
Telefon Kripo Tauberbischofsheim: 09341 / 810
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Bereich Würzburg (Bayern): Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt sucht nach weiteren Bürgern, die am Donnerstagnachmittag ähnliche Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitern erhalten haben.
Telefon PI Würzburg-Stadt: 0931 / 457-2230
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