Junger Mann muss sich verantworten – Rettungseinsatz am Main live auf TikTok gestreamt

WÜRZBURG, INNENSTADT – Ein 43-jähriger Mann ist am Freitagmittag nach einem Sturz von der Alten Mainbrücke in den Main gerettet worden. Während des laufenden Rettungseinsatzes filmte ein 25-Jähriger die Maßnahmen und übertrug sie live auf TikTok. Nun muss er sich strafrechtlich verantworten.
Gegen 14.10 Uhr stürzte der 43-Jährige nach bisherigen Erkenntnissen aufgrund seiner starken Alkoholisierung von der Alten Mainbrücke in den Main. Ein Passant beobachtete den Vorfall und warf dem Mann umgehend einen Rettungsring zu.

Die alarmierten Einsatzkräfte konnten den 43-Jährigen aus dem Wasser retten. Aus bislang ungeklärter Ursache erlitt der Mann anschließend einen Krampfanfall und musste kurzzeitig reanimiert werden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde bei ihm ein Atemalkoholwert von mehr als 3,5 Promille festgestellt.

Während des gesamten Einsatzes, einschließlich der laufenden Reanimation, filmte ein 25-jähriger Mann mit syrischer Staatsangehörigkeit das Geschehen und übertrug die Aufnahmen live auf TikTok. Die Polizei erlangte nachträglich Kenntnis von dem Livestream.
Gegen den jungen Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen eingeleitet.
Polizei warnt vor Aufnahmen bei Rettungseinsätzen
Das Polizeipräsidium Unterfranken weist eindringlich darauf hin, dass Unfallstellen und laufende Rettungseinsätze nicht fotografiert oder gefilmt werden sollten. Schaulustige können Rettungskräfte behindern und dadurch gefährliche Situationen verursachen.
Auch das Anfertigen und Veröffentlichen von Fotos oder Videos von Rettungs- und Hilfseinsätzen kann strafbar sein. Entscheidend sei, Rettungskräfte nicht zu behindern und den Schutz sowie die Würde der Betroffenen zu respektieren.

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