Betrügerische Werbung mit prominenten Personen und Politikern
WÜRZBURG / BAMBERG / DÜSSELDORF / ISRAEL – Nach umfangreichen Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) und der Kriminalpolizeiinspektion Würzburg wurden am 25. November in einer konzertierten Aktion in Deutschland und Israel 14 Objekte durchsucht, wobei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden konnte.
Die Operation, die von Europol unterstützt und begleitet wurde, konzentrierte sich auf die israelische Metropole Tel Aviv und Düsseldorf. Weitere Durchsuchungen fanden in Nordrhein-Westfalen, Winnenden und Berlin statt. Die polizeilichen Ermittlungen werden zentral von der eigens im Juli 2023 eingerichteten Ermittlungsgruppe der KPI Würzburg geführt.
Cybertrading Fraud und Affiliate-Marketing
Gegen die Beschuldigten wird wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges nach dem Modus Operandi des sogenannten Cybertrading Fraud ermittelt. Diese Form des Online-Anlagebetrugs verspricht hohe Gewinne durch vermeintlich KI-optimierte Anlagestrategien oder automatisierten Kryptohandel. Die Betrüger werben auf Social Media und gefälschten Nachrichtenseiten, wobei sie unrechtmäßig Abbildungen von Politikern und Prominenten verwenden. Das investierte Kapital geht nach anfänglich vorgetäuschten Gewinnen in der Regel total verloren. Allein in Deutschland erbeuten Betrüger damit über eine Milliarde Euro pro Jahr.
Der Fokus des Action Days lag auf der eng mit den Betrugsnetzwerken zusammenarbeitenden Affiliate-Marketing Branche. Die Akteure sollen zwischen 2019 und 2022 wissentlich persönliche Daten potenzieller deutscher Investoren gewonnen und an betrügerisch arbeitende Callcenter vermittelt haben.
Ziel der Ermittlungen
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Düsseldorf und Winnenden (Publisher): Die Maßnahmen richteten sich gegen sogenannte Publisher, denen vorgeworfen wird, gezielte, irreführende Online-Werbekampagnen für den deutschsprachigen Markt verantwortet zu haben. Hierbei wurde wahrheitswidrig behauptet, die beworbenen Anlagestrategien seien Gegenstand öffentlicher Medienberichte oder beliebter TV-Sendungen (z. B. „Höhle der Löwen“).
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Israel (Affiliate-Netzwerk): Die Maßnahmen richteten sich gegen die Betreiber eines sogenannten Affiliate-Netzwerks, das von Publishern Kundendatensätze bezog und diese gegen Entgelt wissentlich an betrügerische Callcenter weitergab.
Schaden und Ausblick
Nach bisherigen Erkenntnissen wurden allein über dieses Affiliate-Netzwerk 3.300 Datensätze deutscher Opfer zur Verfügung gestellt. Mindestens 120 deutsche Opfer verloren einen Gesamtbetrag von über 1,3 Millionen Euro. Es wird von einem beträchtlichen Dunkelfeld ausgegangen. Erste Erkenntnisse legen nahe, dass das Affiliate-Netzwerk Umsätze im hohen dreistelligen Millionenbereich generieren konnte.
Die konzertierte Aktion erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den israelischen Polizeibehörden (National Cybercrime Unit und Intelligence Division) und den deutschen Polizeipräsidien. Die Sichtung und Analyse des umfangreichen elektronischen Beweismaterials wird voraussichtlich noch längere Zeit in Anspruch nehmen.
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