FC Schweinfurt 05 kündigt Kooperation mit der DJK Würzburg beim Mädchenfußball an

SCHWEINFURT – Im Fußball gibt es Momente, in denen sportliche Rivalitäten in den Hintergrund treten und gesellschaftliche Verantwortung in den Vordergrund rückt. Genau diesen Weg beschreitet die Mädchen- und Frauenfußballabteilung des FC Schweinfurt 1905 mit ihrer jüngst gestarteten Kooperation mit der DJK Würzburg. Ziel ist es, den Mädchenfußball in der Region nachhaltig zu stärken und jungen Spielerinnen nicht nur sportliche Perspektiven, sondern auch soziale Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Im Mittelpunkt steht dabei die individuelle Förderung jeder Spielerin – unabhängig von ihrem aktuellen Leistungsstand. Während bei den älteren Jahrgängen, insbesondere im U17-Bereich, die Teilnahme an den höchsten Spielklassen oberstes Ziel bleibt, soll im unteren Bereich vor allem der Spaß am Spiel und das gemeinsame Erleben im Team im Vordergrund stehen. Es geht darum, jungen Spielerinnen Zeit und Raum zu geben, sich sportlich wie persönlich zu entfalten.

Dass dieser Ansatz notwendig und richtig ist, zeigt auch ein Blick auf aktuelle Zahlen: Laut BFV wird der Jugendfußball weiblicher – doch der Mädchenanteil im Ballsport liegt bundesweit bei lediglich acht Prozent. In der Region dominiert nach wie vor Korbball das Bild in den Sporthallen und auf den Spielfeldern. Der Fußball bleibt vielerorts eine Randerscheinung für Mädchen – mit enormem Entwicklungspotenzial.

Um dieses Potenzial zu heben, setzt der FC Schweinfurt auf Zusammenarbeit. Mit der DJK Würzburg entstand aus einem konstruktiven Austausch eine Partnerschaft, die von Offenheit und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist. Das erste gemeinsame Event am vergangenen Wochenende auf dem Gelände der DJK Würzburg war ein gelungener Auftakt: Sichtungstraining, Trainingslager der U13- und U14-Teams beider Vereine sowie ein abwechslungsreiches Programm mit Abnahme des DFB-Fußballabzeichens, einem Besuch von Spielern der 1. Herrenmannschaft und Workshops zur Verletzungsprävention sorgten für sportliche wie soziale Impulse.
Rund 50 junge Spielerinnen und Spieler nahmen an der Abnahme des DFB-Abzeichens teil, ein Zeichen für das rege Interesse. Besonders der Besuch der Drittligaspieler Joshua Endres, Nick Doktorczyk und Luca Trsilic sorgte für Begeisterung. Die Mädchen nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu stellen, Einblicke in die Profi-Karrieren zu bekommen und sich persönlich motivieren zu lassen.
Neben dem sportlichen Programm stand der Aufbau eines Netzwerks im Mittelpunkt. Mädchen aus beiden Städten kamen ins Gespräch, lernten einander kennen und knüpften erste Bande über Vereinsgrenzen hinweg. In Zukunft sollen weitere gemeinsame Veranstaltungen, Trainingseinheiten zu spezifischen Themen, Trainerhospitationen im Sachs-Stadion sowie gezielte Fördermaßnahmen für talentierte Spielerinnen folgen.
Der FC Schweinfurt öffnet dafür auch seine Strukturen: Nachwuchstrainer der DJK Würzburg erhalten Einblicke in den Ablauf im Leistungsbereich, um eigene Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig werden besonders talentierte Spielerinnen zu Sichtungseinheiten eingeladen – mit dem Ziel, sie sportlich weiterzubringen und Impulse für die Entwicklung in ihren Heimatvereinen zu setzen.
Auch abseits des Platzes will man gemeinsam Akzente setzen. In Workshops sollen soziale und persönliche Kompetenzen gefördert werden – ein ganzheitlicher Bildungsauftrag, der den Fußball als mehr versteht als nur ein Spiel mit dem Ball.
Die Hoffnung ist klar: Mädchenfußball in der Region sichtbarer machen, neue Spielerinnen gewinnen und den bestehenden Akteurinnen Perspektiven aufzeigen. Die Kooperation zwischen dem FC Schweinfurt 1905 und der DJK Würzburg ist ein Schritt in diese Richtung – ein Schritt, dem hoffentlich noch viele weitere Vereine folgen werden.

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