Faustball-Krimi im Wind: TV Oberndorf belohnt sich nicht und rutscht in den Abstiegskampf

CALW / SCHWEINFURT – Großes Herz, leidenschaftlicher Kampf, aber am Ende keine Punkte: In der 1. Faustball-Bundesliga Süd hat der TV Oberndorf beim favorisierten TSV Calw eine phasenweise hochklassige Leistung gezeigt. Nach einem packenden Match mussten sich die Unterfranken auswärts jedoch mit 2:5 geschlagen geben. Ein Ergebnis, das am Ende deutlicher aussieht, als die Partie über weite Strecken war – nun schlägt am Main jedoch endgültig das Pendel in Richtung Abstiegskampf aus.
Bei starkem Wind auf der Calwer Sportanlage war von Beginn an klar, dass die Defensive der Schlüssel zum Erfolg sein würde. Oberndorf startete mutig mit Nicolas Bitsch und Maximilian Lutz im Angriff sowie Janne Habenstein, Fabian Sagstetter und Robin Treuheit in der Abwehr. Nach einem umkämpften ersten Satz, den sich die abgeklärteren Gastgeber mit 11:8 sicherten, folgte im zweiten Durchgang ein echtes Faustball-Drama.
13:15 im Krimi-Satz bricht dem TVO fast das Genick

Der TVO fand immer besser rein, agierte aufmerksam gegen die windanfälligen Calwer Angaben und erspielte sich eine komfortable 8:4-Führung. Doch Calw bewies Klasse, glich zum 8:8 aus und zwang die Oberndorfer in eine hochdramatische Verlängerung. Trotz mehrerer Satzbälle für den TVO behielt der TSV die Nerven und tütete den Satz mit 15:13 ein. Ein bitterer 0:2-Rückstand, obwohl man spielerisch absolut ebenbürtig war.

Die Mannschaft zeigte jedoch Moral: Mit viel Geduld und einer stabilen Abwehr holte sich der TVO den dritten Satz hochverdient mit 12:10.
Wechselspiele und ein Aufbäumen in ungewohnter Formation
Vor dem vierten Satz gab es verletzungsbedingte Sorgen: Der angeschlagene Janne Habenstein musste raus, für ihn kam Robin Göttert. Die Formation verlor kurzzeitig die Abstimmung, was Calw eiskalt zum 11:7 (3:1 nach Sätzen) ausnutzte.
Oberndorfs Trainer reagierte im fünften Durchgang erneut und brachte Cedric Sauter für Nicolas Bitsch. Der Wechsel zündete sofort: In ungewohnter Konstellation brachte der TVO wieder Tempo ins Spiel, setzte die Abschlüsse präzise und verkürzte mit einem starken 11:7 auf 2:3. Die Partie war wieder völlig offen.
Am Ende schwinden die Kräfte: Bitterer Einbruch im siebten Satz
Der TSV Calw zeigte sich jedoch unbeeindruckt, erhöhte im sechsten Satz über halblange Bälle den Laufaufwand für die Oberndorfer und erzwang durch kleine Ungenauigkeiten beim TVO das 11:7 zum 4:2.
Der finale siebte Satz wurde dann zur bittersten Phase des gesamten Nachmittags. Während Calw nun völlig befreit aufspielte, riss beim TVO nach den kräftezehrenden Sätzen zuvor komplett der Faden. In der Abwehr fehlte der Zugriff, im Angriff die Präzision. Calw nutzte die schwindenden Kräfte der Oberndorfer eiskalt aus und fegte den TVO mit 11:2 vom Feld, was das Gesamtergebnis auf 5:2 schraubte.
Der Blick geht nach unten: Heimspiel gegen den Branchenprimus
Mit dieser Niederlage sind alle leisen Ambitionen, im oberen Tabellendrittel mitzumischen, endgültig begraben. Für den TV Oberndorf ist der Abstiegskampf in der Eliteklasse nun bittere Realität. Um den Klassenerhalt schnellstmöglich unter Dach und Fach zu bringen, muss in zwei Wochen gepunktet werden – die Aufgabe könnte allerdings kaum schwerer sein. Am Sonntag, den 31. Mai 2026, empfängt der TVO um 16:00 Uhr den absoluten Serienmeister TSV Pfungstadt zum schweren Heimspiel auf eigener Anlage.
Das Spiel in der Statistik:
TSV Calw – TV Oberndorf 5:2
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Satzverlauf: 11:8, 15:13, 10:12, 11:7, 7:11, 11:7, 11:2
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Für den TVO im Einsatz: Nicolas Bitsch, Maximilian Lutz, Janne Habenstein, Fabian Sagstetter, Robin Treuheit, Robin Göttert, Cedric Sauter.

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