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Stellvertretende Bürgermeisterin Sorya Lippert verlässt die CSU und kandidiert 2026 für die SPD

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SCHWEINFURT – Sorya Lippert, seit über zwei Jahrzehnten engagiertes Mitglied des Schweinfurter Stadtrats und seit 2014 Zweite Bürgermeisterin, hat eine weitreichende politische Entscheidung getroffen: Zur Kommunalwahl am 8. März 2026 wird sie nicht mehr für die CSU, sondern für die SPD kandidieren. Damit verbunden ist ihr Austritt aus der CSU – nach über 30 Jahren Parteimitgliedschaft.

In einer persönlichen Erklärung macht Lippert deutlich, dass dieser Schritt das Ergebnis eines langen, intensiven und auch schmerzlichen Prozesses ist. Sie beschreibt sich selbst als loyalen Menschen mit klaren Werten – gegenüber ihrer Partei, den Wählerinnen und Wählern, aber auch sich selbst:
„Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem ich mir selbst nicht mehr untreu werden darf.“

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Warum die CSU – und warum jetzt der Bruch?

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Sorya Lippert war Anfang der 1990er-Jahre in die CSU eingetreten, motiviert von dem Wunsch, politisch und gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen. Besonders geprägt wurde sie durch Gespräche mit ihrem Schwiegervater, die ihr die Verbindung von Christentum und Sozialer Marktwirtschaft als stabiles Fundament der Gesellschaft vermittelten.

Über viele Jahre hinweg sah sie in der CSU eine politische Heimat für ihre Themen: Integration, Bildungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe. Doch mit den gesellschaftlichen und parteipolitischen Entwicklungen der letzten Jahre habe sich auch ihre Partei gewandelt – der innerparteiliche Spielraum für ihren Idealismus sei immer enger geworden.

„Ich habe mitgetragen, vermittelt, gehofft. Aber jetzt geht es nicht mehr“, so Lippert.

Sorge um Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Lippert äußert ihre Besorgnis über den Zustand der Demokratie und die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung. Sie warnt davor, demokratische Prinzipien dem ökonomischen Druck unterzuordnen, und sieht den Rückzug auf ein echtes Nachhaltigkeitsprinzip als zentrale politische Aufgabe.

„Ich sehe immer tiefere Gräben zwischen ‚wir‘ und ‚den Anderen‘ – und viel zu wenig Anstrengung, diese Gräben zu überwinden.“

Amt mit Verantwortung – fraktionslos bis zur Wahl

Ungeachtet ihres Parteiaustritts will Lippert ihr Amt als Zweite Bürgermeisterin weiterhin mit Verantwortung und Respekt ausüben. Ihre Wahl 2020 mit großer fraktionsübergreifender Mehrheit sieht sie als Vertrauensbeweis, dem sie auch in Zukunft gerecht werden möchte.

Bis zur Kommunalwahl bleibt sie fraktionslos, wie sie betont:
„Ich wurde über die Liste der CSU gewählt. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass ich keiner anderen Fraktion angehöre.“

Warum die SPD?

Lippert erklärt ihre Entscheidung für die SPD mit dem ernsthaften Bemühen, die Stadt zukunftsfähig zu gestalten: „Ich möchte dort mitwirken, wo es konkrete Anstrengungen für Nachhaltigkeit, kulturelle Verständigung und Respekt vor jedem Menschen gibt.“

Besonders unterstützt sie die Kandidatur von Ralf Hofmann als neuen Oberbürgermeister:
„Er steht für Haltung, Erfahrung und Dialogbereitschaft. Ich traue ihm zu, unsere Stadt mit Verantwortung, Engagement und Augenmaß in eine gute Zukunft zu führen.“

Wertschätzung durch die SPD

Die Schweinfurter SPD zeigt sich erfreut über den politischen Wechsel. OB-Kandidat Ralf Hofmann würdigt Lippert mit klaren Worten:
„Sie bringt politische Erfahrung, Integrationskraft und menschliche Tiefe in unser Team. Sie steht wie kaum jemand für kommunales Handeln mit Haltung – wir freuen uns sehr auf den gemeinsamen Weg.“

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