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„Der Wohnungsmarkt funktioniert nicht mehr“ – Brennpunktgespräch in Schweinfurt

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SCHWEINFURT – Die Krise am Wohnungsmarkt stand im Zentrum eines intensiven „Brennpunktgesprächs“, zu dem der Landtagsabgeordnete Paul Knoblach (Grüne) geladen hatte. Gemeinsam mit Experten und Bürgern diskutierte er im Oberndorfer Feuerwehrhaus über die drängende Frage: Wie kann Wohnen in Schweinfurt lebenswert und bezahlbar bleiben?

Das Fazit der Runde war ernüchternd: Trotz politischer Bemühungen hinkt das Angebot an bezahlbarem Wohnraum der massiven Nachfrage hinterher. Laut dem Verband der bayerischen Wohnungswirtschaft fehlen im Freistaat aktuell rund 200.000 Wohnungen.

Schweinfurter Ziele und die Realität am Markt

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Jochen Keßler-Rosa, Sprecher der lokalen Agenda 2030, erinnerte an das Bürgerbegehren von 2019. Die Stadt Schweinfurt und die Wohnungsbaugesellschaft SWG hatten zugesagt, bis 2026 etwa 500 Sozialwohnungen durch Neubau, Modernisierung und Bindefristverlängerungen zu schaffen. Mit dem Projekt „Am Herroth“ am Bergl sei man auf einem guten Weg, die Zielmarke zu erreichen.

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Dominik Ebert vom Bauverein Schweinfurt dämpfte jedoch die Erwartungen:

  • Mangelnde Fluktuation: Aufgrund des fehlenden Angebots finden kaum noch Wohnungswechsel statt.

  • Kostenfaktor: Neubau sei ohne massive Fördermittel derzeit wirtschaftlich kaum darstellbar. Der Fokus des Bauvereins liege daher verstärkt auf der energetischen Sanierung des Bestandes.

Forderung: Vorschriften entschlacken, Denkmalschutz prüfen

Ein zentraler Kritikpunkt der Diskussionsrunde war die Flut an Bauvorschriften. Um privates Kapital zurückzugewinnen und das Bauen zu beschleunigen, sei eine konsequente Reduzierung von Standards unumgänglich.

Scharfe Kritik gab es zudem am aktuellen Umgang mit dem Denkmalschutz. Stadtrat Reginhard von Hirschhausen und Dominik Ebert verwiesen auf das gescheiterte Projekt der „neuen Gartenstadt“. Dort habe ein „falsch verstandener Denkmalschutz“ den geplanten Mix moderner Wohnformen verhindert, sodass das Areal nun weitgehend brachliege. Ebert hinterfragte offen die Sinnhaftigkeit, den Erhalt 100 Jahre alter Gebäude über die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum zu stellen.

Politischer Ausblick

Paul Knoblach betonte zum Abschluss, dass Bauen mit Augenmaß erfolgen müsse: „Nachverdichtung statt Flächenfraß“ lautet seine Devise, um den hohen Flächenverbrauch in Bayern einzudämmen. Der Abgeordnete kündigte an, das Thema durch parlamentarische Anfragen zur Wohnbauförderung und zur Praxis des Denkmalschutzes weiter im Landtag zu verfolgen.


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