UKW stellt Projekte zur Suizidprävention vor

WÜRZBURG – Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September stellt das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) verschiedene Studien und Projekte vor. Im Mittelpunkt stehen die frühe Stärkung der psychischen Gesundheit, das Erkennen gefährdeter Menschen und die Ausbildung von Ersthelferinnen und Ersthelfern.
In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid. Hinzu kommen weit über 100.000 Suizidversuche. Der Welttag der Suizidprävention soll über das Thema aufklären, Betroffene unterstützen und zum offenen Gespräch ermutigen.
Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“

Die Arbeitsgruppe regionale Netzwerke des Nationalen Suizidpräventionsprogramms hat zum Welttag die bundesweite Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ initiiert. Entwickelt und umgesetzt wurde sie im Rahmen des Seminars Medienpraxis an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Weitere Informationen zur Kampagne gibt es unter kampagne.welttag-suizidpraevention.de.
Psychische Gesundheit frühzeitig stärken
Wie wichtig ein früher Beginn der Prävention ist, zeigen Untersuchungen des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP), einer gemeinsamen Einrichtung der Julius-Maximilians-Universität und des UKW.
„In einer unserer Untersuchungen gaben 3,5 Prozent von 877 durchschnittlich zwölf Jahre alten Schülerinnen und Schülern aus sieben unterfränkischen Gymnasien an, bereits mindestens einen Suizidversuch unternommen zu haben. Diese Zahl hat uns sehr erschreckt“, sagt Dr. Arne Bürger, leitender Psychologe der Institutsambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am UKW und geschäftsführender Vorstand des DZPP.
Die 2022 veröffentlichte Studie verdeutlicht, dass schwere psychische Belastungen bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten können. Mit dem Präventionsprogramm DUDE – „Du und deine Emotionen“ – sollen Jugendliche deshalb frühzeitig lernen, ihre Gefühle zu verstehen, schwierige Situationen auszuhalten und konstruktive Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Der Ansatz soll auch problematischen Bewältigungsformen wie nicht-suizidaler Selbstverletzung entgegenwirken. Dieses Verhalten ist mit einem erhöhten Risiko für spätere Suizidalität verbunden.
DUDE 2.0 startet an 96 Schulen
An der von Dr. Arne Bürger und Prof. Marcel Romanos geleiteten Studie DUDE 2.0 nehmen 96 Gesamt-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien aus vier Bundesländern teil.
In Rheinland-Pfalz läuft das multimediale Präventionsprogramm bereits seit einem Jahr an 22 Schulen. In Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt startet es nach den Sommerferien 2026.
Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen lernen dabei im regulären Unterricht in fünf Doppelstunden, eigene Gefühle besser wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren. Übungen, Spiele und Videos vermitteln Strategien, die sich auf Situationen aus dem Alltag übertragen lassen.

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