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Mit Pioniergeist und Weitsicht -Universitäts-Kinderklinik Würzburg feiert Geburtstag

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WÜRZBURG – Die Universitäts-Kinderklinik Würzburg feiert die Eröffnung der ersten eigenständigen Kinderklinik im Jahr 1850. Die Klinik blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die von den frühen Bemühungen Franz von Rineckers und einem fortschrittlichen Dekret König Ludwigs I. im Jahr 1841 bis zur Entwicklung zu einem führenden Zentrum der modernen Pädiatrie reicht.

Historische Entwicklung:

  • 1841: König Ludwig I. erließ ein Dekret zur Prüfung von Vorlesungen über Kinderkrankheiten und zur Einrichtung einer „Separatanstalt für Kinder“. Der Grund: Ohne eine eigene klinische Anstalt sei kein lebhaftes Interesse für das Fach zu erwirken.
  • 1844: Die Kinderheilkunde wurde unter Franz von Rinecker als eigenständiges Fach an der Universität Würzburg anerkannt.
  • 1. November 1850: Eröffnung der ersten eigenständigen Universitäts-Kinderklinik in der Klinikstraße 3. (Bestand zunächst nur wenige Jahre wegen Interessenskonflikten und Machtkämpfen.)
  • 1915: Die Kinderheilkunde wurde endgültig von der Inneren Medizin getrennt. Jussuf Ibrahim wurde der erste Extraordinarius für Kinderheilkunde.
  • 1923: Umzug der Kinderklinik unter Hans Rietschel in das neu erbaute Luitpoldkrankenhaus auf dem Campus in Grombühl.

Aufbau und moderne Entwicklung:

  • Nach 1948: Josef Ströder leitete den Wiederaufbau der in der Bombennacht 1945 zerstörten Klinik und initiierte das Ausbildungszentrum und verschiedene Arbeitsgruppen.
  • 1981 – 1999: Direktor Helmut Bartels setzte sich für die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Gründung eines Perinatalzentrums (PNZ) ein, das heute zu den größten in Bayern gehört.
  • 1999 – 2020: Direktor Christian P. Speer richtete unter anderem eine Intensivstation für Früh- und Neugeborene in der Frauenklinik ein und gründete ein Stammzelltransplantationszentrum.
  • Seit Mai 2020: Direktor Prof. Dr. Christoph Härtel legt seinen Schwerpunkt auf die Erforschung optimaler Bedingungen für die Entwicklung extrem frühgeborener Kinder, die Stärkung der Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie sowie die Gremienarbeit zur Vertretung der Interessen von Kindern in Politik und Gesellschaft.
Lehrszene aus der Kinderklinik. Prof. Dr. Hans Rietschel, der 1927 als Extraordinarius für Kinderheilkunde an die Universität Würzburg berufen wurde, untersucht im Beisein einer Kinderkrankenschwester und Studenten einen Säugling. Das Bild stammt aus einer Festschrift und wurde dem UKW vom Enkel von Hans Rietschel, Dr. Ernst Rietschel, freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Jubiläumsfeier und Ausblick:

Die Jubiläumsfeier der Universitäts-Kinderklinik Würzburg findet am 5. November statt. Neben einem historischen Rückblick wird es eine Podiumsdiskussion zu den Perspektiven der Kinder- und Jugendgesundheit sowie zur aktuellen Krankenhausreform geben. Direktor Christoph Härtel, auch Vizepräsident der DGKJ, betont die Wichtigkeit, dass Kinder ein Anrecht auf eine kindgerechte, spezialärztliche Behandlung haben, da „Kinder keine kleinen Erwachsenen sind“.

Sandra Grätsch Oberbürgermeisterin für Schweinfurt
Naturfreundehaus


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