IG BAU fordert rentenpolitische Anpassungen: „Härtegrad der Arbeit“ berücksichtigen
Nur 40 Bauarbeiter in Schweinfurt sind über 63

SCHWEINFURT – Die IG BAU Mainfranken schlägt Alarm: Angesichts der körperlichen Belastungen in Bauberufen und angrenzenden Branchen warnt der Bezirksvorsitzende Michael Groha vor einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters. Er fordert stattdessen eine Rentenpolitik, die den Härtegrad der Arbeit stärker einbezieht.
Kritische Situation am Bau
Die körperlichen Anforderungen im Bauhaupt- und Nebengewerbe sind immens. Dies spiegelt sich in der aktuellen Altersstruktur wider: Von rund 1.000 Bauarbeitern in Schweinfurt sind derzeit nur etwa 40 Beschäftigte älter als 63 Jahre. Laut Groha scheiden die meisten Arbeitnehmer bereits vor ihrem 60. Lebensjahr aus gesundheitlichen Gründen aus. Ein Arbeiten bis 67 sei für die Mehrheit der Beschäftigten in Branchen wie dem Bau, der Forstwirtschaft oder der Gebäudereinigung schlicht unrealistisch.
Forderungen der Gewerkschaft

Die IG BAU Mainfranken kritisiert die Pläne der Bundesregierung sowie die Empfehlungen der Rentenkommission scharf und stellt folgende Forderungen:


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Berücksichtigung des „Härtegrads der Arbeit“: Eine faire Rente müsse an die tatsächliche körperliche Belastung gekoppelt sein. Die Gewerkschaft fordert einen „Expresszugang in den regulären Ruhestand“ für besonders belastete Berufe.
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Erhalt der „Rente mit 63“: Eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren käme für die Baby-Boomer einem Vertrauensbruch gleich. In Schweinfurt stehen in den kommenden zehn Jahren rund 7.300 Menschen dieser Generation vor dem Ruhestand.
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Garantierte Haltelinie beim Rentenniveau: Die Gewerkschaft lehnt ein Absinken des Rentenniveaus unter 48 Prozent ab. Langfristig fordert die IG BAU eine Anhebung des Rentenniveaus auf mindestens 53 Prozent.
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Flexible Übergänge: Es bedarf besserer Möglichkeiten für einen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand.
Appell an die Politik
Michael Groha richtet sich eindringlich an die Bundestagsabgeordneten der Region Schweinfurt. Er fordert sie dazu auf, sich in Berlin gegen eine weitere Verschlechterung der Rentenbedingungen einzusetzen. Nur durch eine gerechte Gestaltung der Altersvorsorge könne das politische Vertrauen der Arbeitnehmer gewahrt und die Attraktivität körperlich fordernder Berufe gesichert werden.

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