136. Vollversammlung der Handwerkskammer für Unterfranken – Politische Forderungen und Zukunftsprojekte
WÜRZBURG – Am Mittwoch, 2. Juli 2025, trat die 136. Vollversammlung der Handwerkskammer für Unterfranken zusammen. Im Mittelpunkt standen wirtschaftspolitische Forderungen, strukturelle Bildungsprojekte sowie ein Rückblick auf 125 Jahre Handwerkskammer.
Vizepräsident Josef Hofmann nutzte seinen Bericht, um die Bundesregierung auf ihre Verantwortung hinzuweisen. Die angekündigte Stromsteuersenkung müsse für alle Handwerksbetriebe gelten, so Hofmann. Andernfalls sei das Vertrauen in die wirtschaftspolitischen Versprechen gefährdet. Die Regierung sei angetreten, die Wirtschaft zu fördern, das dürfe nicht nur ein Lippenbekenntnis sein. Die Missachtung der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag wäre ein schwerer Schlag für die Wirtschaft – und insbesondere für das Handwerk.
Hofmann sprach auch über integrationswillige Geflüchtete, die trotz erfolgreicher Praktika keine Ausbildung starten könnten, da von behördlicher Seite keine Erlaubnis erteilt werde. Er appellierte an die zuständigen Behörden, bei der Einzelfallprüfung das Engagement der Betriebe und die Bedeutung ausländischer Fachkräfte stärker zu berücksichtigen.
Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul stellte in seinem Geschäftsbericht die wirtschaftliche Lage des Handwerks in Unterfranken dar. Die hohen Energiepreise, die verhaltene Investitionsbereitschaft und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit hätten 2024 viele Betriebe belastet. Dennoch habe das Handwerk in der Region seine Stabilität und Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt.
In Schweinfurt wird die Fahrzeugakademie mit dem bisherigen Bildungszentrum zum neuen Bildungscampus Schweinfurt zusammengeführt. Ein ähnlicher Schritt erfolgt in Würzburg, wo das Bildungszentrum und die Akademie für Unternehmensführung zum Bildungscampus Würzburg verschmelzen. Beide Projekte befinden sich in Vorbereitung.
Ein weiterer Programmpunkt der Versammlung war der Rückblick auf das Jubiläumsjahr „125 Jahre Handwerkskammer für Unterfranken“. Josef Hofmann unterstrich die Bedeutung der Institution für die Region. Die unterfränkische Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer würdigte die Kammer als verlässliche Größe, deren Einfluss im Lauf der Jahrzehnte stetig gewachsen sei.
Die Vollversammlung beschloss außerdem die Jahres- und Vermögensrechnung 2024 und nahm den Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses entgegen. Vorstand und Geschäftsführung wurden entlastet. Zudem fasste das Gremium weitere Beschlüsse zur Weiterentwicklung des Aus- und Weiterbildungsbereichs.
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