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Schweinfurts Basketballer und die Frage nach dem Sinn eines Aufstiegs: „Wir brauchen acht Mann, die sich aufopfern!“

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Schweinfurt – Mc Café oder nuus.de sind Vergangenheit, ebenso drei ziemlich erfolgreiche Jahre in der Regionalliga. Der Beiname ist weg, zumindest aber die Mainfranken-Bahn blieb der DJK Schweinfurt nach dem freiwilligen Rückzug vom ambitionierten Basketball als Hauptsponsor erhalten. In der siebtklassigen Bezirksliga spielen die Gunnerz nun, treten wieder in ihrer eigenen Halle an der Bellevue an. Am fünftletzten Spieltag kommenden Samstag, 18 Uhr, könnte dabei eine Vorentscheidung fallen, ob die DJK direkt wieder als Meister zumindest in die Oberliga aufsteigen kann. Mit dem TSV Grombühl gastiert ab 18 Uhr der Tabellenzweite beim Tabellenführer.

Im Hinspiel kassierten die Schweinfurter wie auch gegen Karlstadt eine von bislang nur zwei Saisonniederlagen in 13 Partien. Weil sie aber unlängst in Karlstadt siegten und Karlstadt wiederum letztes Wochenende Grombühl die dritte Niederlage beibrachte, hat dei DJK zwei Punkte Vorsprung, könnte vier daraus machen – was angesichts dann noch folgender Aufgaben bei der TG Würzburg III und der SG Wartberg sowie zuhause gegen Arnstein und Aschaffenburg-Damm die halbe Miete wäre.

Grombühl ist ausgeglichen besetzt, hat keinen Werfer unter den Top-12 der Punktesammler der Liga, wo ausgerechnet ein Spieler des kleinen Schweinfurter Nachbarn SG Dittelbrunn ganz vorne steht. Troy Saluant kam in seinen bislang acht Einsätzen auf überragende 33,8 Punkte pro Partie. Ihm folgen zwei DJK´ler: Benedikt Weber mit bislang 237 Punkten und Jan Seume mit deren 233. Nur zwei Mal konnte bislang Anthony Bynum auf´s Parkett und holte dabei 38 Punkte. 79 sind es für Max Kidd, macht 13 pro Match, weil er nur sechs Mal dabei war. Und selbst Sergej Grebenyuk, der die letzten Jahre ein wenig die Lust verloren hatte, mischt unter dem Korb wieder mit, sammelte 32 Punkte an bei sechs Einsätzen.

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Was diese Auflistung zeigt: Der Kader hat sich im Vergleich zur letzten Saison kaum geändert, abermals aber stehen die Spieler nicht uneingeschränkt zur Verfügung. Das war einer der Gründe, warum der Verein letzten Winter schon den Rückzug beschloss. Weil der Kader in der Breite einfach auf Dauer nicht gut genug bestückt ist für höhere Ansprüche. Zu ehrgeizig war Eigengewächs und Spielertrainer Burkhard Steinbach in seinen vier Jahren des Wirkens. Nun zog der einstige Bundesliga-Center weiter, spielt Oberliga bei der TSG Waldbüttelbrunn in der Nähe seines Wohnortes – und ist trotz seiner mittlerweile fast 42 Jahre mit 303 Punkten, mehr als 20 im Schnitt, zweitbester Scorer der Liga, die nicht unrealistisch scheint für die DJK in der kommenden Saison. Die beiden Trainer jedenfalls, Klaus Ludwig und Boris Eck, steuern den Titel an.

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„Wir wollen Meister machen“, sagt Ludwig, der aber offen lässt, was danach passieren würde. Aufstieg oder ein Verzicht? „Wir setzen uns nach dem letzten Spiel zusammen“, kann der Coach das Abwägen gut erklären. „Die Hälfte der Mannschaft wäre einen Aufstieg wert“, sagt er und kritisiert damit indirekt ein paar andere Akteure, die es nicht so ernst nehmen mit dem Ehrgeiz. „Wir brauchen halt immer acht Mann mit Qualität und Aufopferung für das Wochenende.“ Zwar glaubt Ludwig, dass in den nächsten zwei Jahren „ein paar Junioren mit Niveau“ dem eigenen Nachwuchs entwachsen, darunter sein erst 15 Jahre alter Sohn Tom. Parallel aber „sind fünf unserer ehrgeizigen Jungs momentan Studenten in Würzburg“. Weber beispielsweise oder Tim Zytur, die allesamt nach einem Abschluss irgendwo einen Job annehmen könnten – und dann nicht mehr zur Verfügung stünden.

„Wenn wir am Samstag gewinnen, dann sind wir zu 90 Prozent durch“, glaubt Ludwig. Das „Endspiel“ dürfte einige Zuschauer anlocken. 40 sind´s momentan so in etwa im Schnitt, noch weniger also, als in den letzten Jahren zu den Regionalliga-Partien kamen. „Wir machen kaum noch Werbung und erscheinen nicht in der Zeitung“, ärgert sich der Coach über das Desinteresse des örtlichen Blattes, das die gesendeten Berichte der DJK deshalb nicht veröffentlicht, „weil unser Nachbar aus Dittelbrunn keine schreibt“. Aus Gründen der Gleichbehandlung existiert Basketball in den Schweinfurter Medien kaum noch.

Stichwort Dittelbrunn: Den Top-Scorer Troy Saluant hätte die DJK gerne zu sich geholt, er bekam aber keine Freigabe. Überhaupt ist der Nachbar aus der Vorortgemeinde stark amerikanisch geprägt. „Die haben gegen uns mit sechs Schwarzen gespielt“, verweist Ludwig auf den Dittelbrunner Kader mit Namen wie Robert Davis, Rufus Whitfield, Jeremy Jackson, Jerome Figneroa oder Toche Jackson. Sie alle standen aber auch seltenst zusammen zur Verfügung. Die fehlende Zukunft des US Armee-Standortes Schweinfurt macht es ohnehin fraglich, inwieweit die DJK noch mit Amerikanern planen kann. Anthony Bynum jedenfalls meldete sich nun nach drei Monaten im Einsatz als Soldat wieder zurück und auch der letztjährige Spieler Brett Thomas tauchte mal wieder auf.

„Auch von anderen Vereinen höre ich von einigen Jungs, dass sie gerne zu uns wechseln würden“, weiß Klaus Ludwig. Basketball in Schweinfurt wird also weiter bestehen. Vielleicht bald sogar wieder in der Oberliga. „Unter die ersten Drei dort würden wir nicht kommen, aber auch nicht unter den letzten drei Vereinen landen“, glaubt der Coach. Klingt nicht unbedingt nach Aufstiegsverzicht. Doch noch muss sich die DJK daüber ja nicht unbedingt Gedanken machen…

Das Mannschaftsbild zeigt von links: Tim Zytur, Leo Kechter, Philipp Orf, Christian Gross, Jan Seume, Holger Sternberg, Robert Heinisch, Tim Zenger, Benedikt Weber, Lukas Orf, Sergej Grebenyuk, Trainer Klaus Ludwig, Trainer Boris Eck, Vorstand Michael Seume, Hauptsponsor Peter Weber von der Mainfranken-Bahn. Es fehlen: Max Kidd, Fabian Saal, Andre Schubert, Anthony Bynum.

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