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3,8 statt 3,5 Prozent: Der Ferienmonat August lässt Arbeitslosigkeit in der Region weiter ansteigen

Depro Ronan Keating

SCHWEINFURT / MAIN-RHÖN – Im Ferienmonat August stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat weiter an. Im Vergleich zum Juli wurden in der Region Main – Rhön 742 arbeitslose Menschen mehr gezählt, damit stieg die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Mit insgesamt 9.092 Arbeitslosen gab es 260 Betroffene mehr als im Vorjahr, als die Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent gelegen hatte.

„Wie schon im Vormonat führten auch im August viele Arbeitslosmeldungen meist junger Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit“, erläutert Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, einen der Gründe für die höhere Arbeitslosenzahl. Aufgrund der insgesamt hohen Nachfrage nach Fachkräften geht Stelzer davon aus, dass der Großteil dieser ehemaligen Nachwuchskräfte nach dem Ende der Ferienzeit nicht mehr arbeitslos sein wird. „Dann wird auch die vorübergehend auf 5,2 Prozent gestiegene Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen unter 25 Jahren wieder deutlich sinken“, ist der Agenturleiter überzeugt. Auch die im Vergleich zum Juli größere Zahl von Personen, die sich im Anschluss an eine Erwerbstätigkeit arbeitslos melden mussten, ist für den August nicht ungewöhnlich, sie liegt mit 1.260 Betroffenen genau auf dem Niveau des Vorjahres, damals wurden 1.267 Neuzugänge aus Erwerbstätigkeit gezählt.

Aktuell wird in den Medien über die „Neuentdeckung der älteren Arbeitnehmer durch die Betriebe“ und das „Ende des Jugendwahns bei den Arbeitgebern“ berichtet. Tatsächlich halten wohl etliche Firmen die älteren Arbeitnehmer länger in ihren Reihen als noch vor einigen Jahren. Wer aber jenseits des 50. Lebensjahres einmal seinen Arbeitsplatz verloren hat, findet nach wie vor nur sehr schwer eine neue Stelle. Die Arbeitslosenquote bei den über 50 – Jährigen verringerte sich seit langer Zeit nur marginal. Im Berichtsmonat waren es 4,4 Prozent, vor einem Jahr 4,5 Prozent und vor zwei Jahren 4,7 Prozent. Im August 2012 waren 35 Prozent aller Arbeitslosen 50 Jahre oder älter, vor einem Jahr waren es 34,8 Prozent. Bei vielen älteren Arbeitslosen liegt das Problem allerdings nicht alleine im fortgeschrittenen Lebensalter, häufig kommen noch gesundheitliche Einschränkungen hinzu, welche die Vermittlung in eine Arbeitsstelle erschweren.

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Auch wenn die derzeitige Entwicklung überwiegend saisonal bedingt ist, die steigende Skepsis hinsichtlich der künftigen wirtschaftlichen Lage bei vielen Betrieben und unter Wirtschaftsfachleuten ist nicht zu übersehen. „Diese vorsichtigere Einschätzung basiert ja auch auf Fakten, nämlich beispielsweise auf stagnierenden oder gar rückläufigen Auftragseingängen in einigen Bereichen“, gibt der Leiter der Agentur für Arbeit zu bedenken. „Es ist für mich deshalb in diesem Jahr noch offen, wie sich der üblicherweise im September und Oktober einsetzendende Herbstaufschwung nach der Ferienzeit entwickeln wird;“ so Stelzer weiter. Vereinzelt wird auch bereits wieder verstärkt über den Einsatz des Instruments der Kurzarbeit gesprochen, welches in der vergangenen Krise eine größere Arbeitslosigkeit erfolgreich verhindert hat. „Es geht dabei aber nicht darum, ob den Betrieben diese Möglichkeit wieder eingeräumt wird oder nicht“, stellt Stelzer hier teils bestehende Missverständnisse klar, „die Kurzarbeit ist seit Jahrzehnten im Gesetz geregelt. Sofern die darin genannten Voraussetzungen erfüllt sind, besteht ein Rechtsanspruch. Während der letzten Krise wurden seitens der Regierung durch ergänzende Regelungen diese Zugangsvoraussetzungen erleichtert und die Kosten für die Firmen reduziert“. Derzeit wird Kurzarbeit in der Region Main – Rhön in einem auch in wirtschaftlich guten Zeiten üblichem geringen Umfang in Anspruch genommen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass in allen vier Landkreisen und der Stadt Schweinfurt ca. 400 Arbeitnehmer davon betroffen sind. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Krise, im Mai 2009, waren es über 23.000 Kurzarbeiter.

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Die Entwicklung des Stellenangebots zumindest gibt noch keinen Grund zur Besorgnis. Insgesamt stieg die Nachfrage im August sogar bereits wieder an und lag mit 955 neuen Angeboten nur noch fünf Prozent unter der des Vorjahres und 14 Prozent über dem Juli. Der Bestand an offenen Stellen erreichte mit 2.343 sogar eine neue Höchstmarke und liegt 7,7 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Problematik der nur schwer zu befriedigenden Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt also unverändert bestehen und wird sich alleine aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren sicher weiter verstärken, konjunkturelle Schwankungen dürften lediglich für eine mehr oder weniger starke Ausprägung sorgen.
Eine Ausnahme bilden weiterhin Büroberufe ohne spezielle Qualifizierungen, Teile des Handels und branchenübergreifend ungelernte Kräfte. Hier übersteigt das Angebot an Arbeitskräften insgesamt noch die Nachfrage.

Dieser Stellenengpass im Bürobereich gilt auch für die Ausbildung. Insgesamt aber gab es kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres im gesamten Bezirk noch so viele freie Ausbildungsstellen wie seit sehr vielen Jahren nicht mehr. Dabei beschränkt sich das Angebot nicht mehr nur auf bereits in der Vergangenheit weniger nachgefragte Berufe wie im Lebensmittelsektor, im Hotel- und Gaststättenbereich oder in Teilen des Handwerks. Aktuell werden noch Ausbildungsstellen in fast allen Branchen angeboten, insbesondere im Handwerk.

Im August standen 726 unbesetzten Berufsausbildungsstellen 251 unversorgte Jugendliche gegenüber. Rechnerisch konnten also 100 Bewerberinnen und Bewerber unter 289 freien Stellen wählen. Vor einem Jahr waren es im August nur 144 freie Stellen für 100 unversorgte Bewerber.

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