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Aufgeklärt: Sushi und Protonenpumpenhemmer

Kann das gefährlich sein?

Sushi ist für viele eine exquisite Delikatesse. Allerdings kann roher Fisch Keime und Würmer enthalten. Im Normalfall hat das keine schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen. Aber was, wenn Protonenpumpenhemmer eingenommen werden?

Die Magensäure eines Menschen wirkt wie eine Desinfektionsschleuse und tötet die unerwünschten Eindringlinge ab. Doch wie verhält es sich, wenn jemand Protonenpumpenhemmer (Omeprazol, Esomeprazol oder Pantoprazol) einnimmt? Immerhin beeinflussen diese Medikamente die Produktion der Magensäure. Ist dann noch ausreichend Schutz vor Keimen und Würmern gewährleistet? Können diese sogar den Darm befallen?

Die Magensäure – ein starker Helfer bei der Verdauung
Die Magensäure ist wesentlicher Bestandteil des Magensafts und besteht primär aus Salzsäure. Mit einem durchschnittlichen pH-Wert zwischen 1,0 und 1,5 ist die Magensäure sehr sauer. Die Produktion erfolgt in Drüsenzellen der Magenschleimhaut, die im Ruhezustand kaum bis keine Säure absondern. Erst bei Nahrungsaufnahme unterstützt die Magensäure den Magen bei der Verdauung. So ist sie für die Zersetzung der Nahrung verantwortlich, während gleichzeitig wichtige Substanzen aus der Nahrung abgespalten werden. Hierzu zählen Vitamine (insbesondere Vitamin B12), Eisen und Kalzium. Ferner fungiert die Magensäure als Schutz vor Keimen, Bakterien und Parasiten, die mit der Nahrung in den Magen gelangen.

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Wie verändert sich die Magensäure bei Einnahme von Protonenpumpenhemmern?
Diese Medikamente hemmen effektiv die Entstehung der Magensäure, was Sodbrennen lindert und Magenschmerzen entgegenwirkt. Allerdings unterbinden sie gleichzeitig eine wichtige Funktion der Magensäure: die Bekämpfung von Keimen, Bakterien und Parasiten. Das hat zur Folge, dass Infektionen entstehen und den Darm (speziell den Dünndarm) angreifen. Daraus können weitere Komplikationen resultieren. Exemplarisch ist die Campylobacter-Infektion, aus der sich das Guillan-Barre-Syndrom entwickeln kann. Diese Erkrankung verursacht partiell Lähmungen im Körper.

Warum Rohkost die Gefahr von Infektionen erhöht
Erhitzen und Kochen tötet die meisten Bakterien, Keime und Parasiten ab. Beim Sushi wird der Fisch vor dem Verzehr allerdings nicht gekocht. Die Infektionsgefahr ist dementsprechend höher. Bei gleichzeitiger Einnahme von Protonenpumpenhemmern, erhöht sich das Risiko zusätzlich. Wer diese Medikamente einnimmt, der sollte also vorsorglich auf Sushi verzichten.

Auch sollten derartige Medikamente nur für einen kurzen Zeitraum genutzt werden. Ein Gastroenterologe kann über alternative Behandlungsmethoden informieren und ausführlich beraten.

Gut zu wissen
Profis, die Sushi zubereitet, lassen den rohen Fisch vier Tage lang im Eisschrank. Erst dann wird er zubereitet. Bei Temperaturen um die -20 Grad können Parasiten nämlich nicht überleben und stellen dann auch kein Gesundheitsrisiko mehr dar.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit den Internisten des Ambulanzzentrum Schweinfurt.

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