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Bis zu 1000° – Grillkohle die Unterschiede

Mit der Grillsaison stellt sich wieder einmal die Frage nach dem richtigen Brennmaterial

Deutschland verbraucht rund 250.000 Tonnen Grillkohle pro Jahr. Soviel wie kein anderes EU-Land. Die Kohle wird größtenteils aus Polen, Paraguay, Nigeria, Namibia, Südafrika und der Ukraine importiert. Nur rund 100.000 Tonnen pro Jahr werden in Deutschland selbst produziert.

Natürlich geht eine Lieferung aus anderen Ländern oft einher mit der Abholzung von Regenwald. Man sollte somit unbedingt auf Zertifikate achten – besser gleich auf das Grundmaterial. In den letzten Jahren sind neue Produkte aufgekommen, die z. B. aus Abfällen der Olivenernte oder der Herstellung von Kokosnuss-Produkten hergestellt werden. Ein Gewinn, denn zumindest wird nicht extra Holz für die Verköhlerung „geraubt“.

Und selbstverständlich gibt es nur gute Grillergebnisse, wenn auch das Brennmaterial stimmt. Verschiedene Typen erzeugen auch verschiedene Temperaturen – für ein außen knuspriges und innen saftiges Steak darf es da ruhig mal ein bisschen mehr sein…

Kurz erklärt: wie funktioniert das Köhlern überhaupt?
In diesem kontrollierten Prozess werden Buchenscheite vertikal geschichtet, bis sich eine Art „Igloform“ ergibt, dann mit Gras, Erde oder Lehm luftdicht verschossen und nur kleine „Pfeifen“ (Löcher in der Decke) bleiben offen. In der Mitte gibt es eine Art Kamin, den sogenannten Quandelschacht in dem eine Glut erzeugt wird. Über die Pfeifen kann der Köhler dann diese Glut regulieren. Bei dem nicht ganz ungefährlichen Prozess entsteht innerhalb von einigen Tagen dann die Holzkohle.
Natürlich gibt es auch eine hochmoderne und schnellere industrielle Herstellung in Hitzekammern. Diese Methode benötigt für den Prozess dann nur einige Stunden.

Foto: Pixabay / RitaE

Aber zurück zum Thema Endprodukt Kohle: Abgeflammt.de hat einmal für Dich die interessantesten Typen und Ihre Besonderheiten beleuchtet

Holzkohle – der Klassiker

Im Supermarkt und sogar an der Tanke kann man Holzkohle kaufen. Sie ist meist recht preiswert, aber oft unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt.

Anheizdauer: ca. 20-30 Minuten
Brenndauer: ca. 1 Stunde für kurze Grillevents
Hitze: bis zu ca. 700°
Kosten: ca. 1-2,-€ pro kg
Bezug: Erhältlich im Lebensmittelhandel, Tankstellen, Baumärkte
Unser Tipp: ProFagus wird in Deutschland produziert und ist mit rund 2,30€ pro kg fair bezahlt
Internet: shop.profagus.de

Holzkohle-Briketts – Ebenfalls ein Klassiker

Die bekommt man ebenfalls im Supermarkt und an der Tanke. Bei der Herstellung werden Kohlestaub und kleine Kohlestücke unter hohem Druck mit organischer Stärke als Klebstoff zu Briketts gepresst. Sie glühen gleichmäßig, langsam und kontrolliert. Es lohnt es sich, auf Qualität zu achten. Die Basis ist also Holzkohle, sodass sich die gleichen Temperaturen ergeben, nur die Brenndauer ist länger.

Anheizdauer: ca. 50 Minuten (mit einem Anheizkamin ca. 30 Minuten)
Brenndauer: ca. 2 Stunden für längere Grillevents
Hitze: bis zu ca. 500°
Kosten: ca. 1-2,-€ pro kg
Bezug: Erhältlich im Lebensmittelhandel, Tankstellen, Baumärkte
Unser Tipp: ProFagus wird in Deutschland aus Buchenholz produziert und ist mit rund 2,30€ pro kg fair bezahlt
Internet: shop.profagus.de

Olivenkern-Briketts – Einer der Neuen

Wenn Du Wert auf Nachhaltigkeit legst, dann sind die Olivenkern-Briketts ideal für Dich, da sie aus den Abfällen der Olivenernte produziert werden. Es wird also kein Baum gefällt um sie herzustellen. Von der Hitze sind sie vergleichbar mit normalen Briketts, aber es gibt nur eine sehr geringe Rauchentwicklung, was die Nachbarn sicherlich erfreuen dürfte.

Anheizdauer: ca. 20 Minuten
Brenndauer: ca. 2 Stunden für längere Grillevents
Hitze: bis ca. 400°
Vorteile: sehr ökologisch, da aus den Resten der Olivenernte produziert. Praktisch keine Rauchentwicklung
Bezug: Erhältlich im Biohandel und gut sortierten Bau-/Gartenmärkten
Kosten: ca. 2€ pro kg
Unser Tipp: www.oliobric.com

Hohe Temperaturen liefern die Kokosnuss-Briketts – Foto: McBrikett

Kokosnuss-Briketts – Heißer Feger

Mit den Kokos-Brickets wird es deutlich heißer auf dem Grill: bis zu 800° sind machbar und auch die Brenndauer ist deutlich länger. Eine fast rückstandsfreie Verbrennung macht sie ebenfalls sehr interessant.

Anheizdauer: ca. 30 Minuten
Brenndauer: ca. 3-4 Stunden für lange Grillevents
Hitze: bis ca 800°
Vorteile: ökologisch sinnvoll, da aus Abfallprodukt der Kokosnussprodukte-Herstellung
Bezug: Erhältlich im Biohandel und gut sortierten Bau-/Gartenmärkten
Kosten: mit 2,75€ pro kg immer noch preiswert – vor allen Dingen wenn man die wesentlich länger anhaltende Glut mit einbezieht
Unser Tipp: mcbrikett-shop.de

Solche hohen Temperaturen erreicht man nur mit Bambus-Briketts – Foto: McBrikett

Bambus-Briketts – Einfach teuflisch heiß

Außen knusprig – innen saftig: Ein Höllenfeuer mit bis zu 1000° kannst Du mit Briketts aus Bambus erreichen. Ideal um ein Steak von außen schnell zu verschließen und ihm eine knusprige Oberfläche zu verleihen. Wenn Du Deine Gäste begeistern willst, dann probier es einfach mal aus.

Anheizdauer: ca. 30 Minuten
Brenndauer: ca. 3-5 Stunden für lange Grillevents
Hitze: bis 1000°
Vorteile: wenig Restasche
Bezug: Erhältlich in gut sortierten Bau-/Gartenmärkten
Kosten: ca. 2,90€ pro kg – günstig, wenn man die lange Brenndauer einkalkuliert
Unser Tipp: www.mcbrikett.de

Mit dem Anheizkamin geht das Vorglühen schneller – Foto: McBrikett

Fazit:

Wer nur ein paar Würste und Steaks grillen will, der ist mit den Klassikern immer gut bedient. Aber vielleicht ist es einmal eine Idee die neueren Produkte in ein Grillevent mit einzubeziehen, gerade wenn dieses ein bisschen länger andauern soll. Auf jeden Fall sollte man aber auch bei der gewöhnlichen Grillkohle auf eine Zertifizierung achten, damit kein Tropenholz bei der Produktion verwendet wird.

Briketts gibt es nicht nur als klassische Eggs. Hier Bambus-Briketts als Stangen – Foto: McBrikett

Unser Favorit sind auf jeden Fall die Bambus-Briketts, denn die starke Hitze und die lange Brenndauer machen den geringen Preisunterschied schnell wett. Und auch hier, genau wie bei den anderen gezeigten Alternativen, handelt es sich um eine sehr gute Resteverwertung. Der Gedanke zu grillen, ohne das extra ein Baum gefällt werden muss gefällt uns sehr!

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